TV- und Sightseeing Tower in Guangzhou, China










In einem internationalen Wettbewerb für den Bau eines Fernseh- und Sightseeing-Towers in Guangzhou, China errangen Léon Wohlhage Wernik Architekten im August 2004 einen ersten Preis. Das zukünftig höchste Gebäude der Welt soll nach dem Willen der Auslober kein rein technisches Bauwerk sein, sondern zum neuen Wahrzeichen der aufstrebende Region im Süden Chinas werden.
Mit dem Entwurf einer schlanken, L- förmigen und einschließlich Antennenanlage über 660 Meter hohen Konstruktion wurden neue Wege bei der Formfindung eines überall auf der Welt bekannten Gebäudetyps beschritten. Anstelle eines klassischen Fernsehturms mit schlankem Schaft und einem Kopf mit Aussichtsrestaurant und Sendetechnik wurde für die neue Mitte Guangzhous ein Winkelgebäude mit oszillierender Haut als Ausstellungs- und Erlebniswelt entwickelt.
Die Tragstruktur besteht aus einem Netz filigraner Elemente, das von einer goldglänzenden Haut aus Metallgewebe umspannt wird. Diese Hülle setzt sich aus Millionen von Glasfaserkabeln zusammen und kann nachts als riesige Projektionsfläche bespielt werden. Gleichzeitig übernimmt sie die komplette Energieversorgung des Gebäudes und so entsteht der erste sich selbst versorgende und ökologisch autarke Fernsehturm der Welt. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Ingenieurbüros von Werner Sobek und Transsolar Energietechnik entwickelt.
Der Turm erhält – einem Schlagschatten vergleichbar – einen lang gestreckten, horizontalen Fuß. In diesem Bauteil entwickelt sich auf 500 Metern Länge eine „Promenade der Ideen“, die den Besucher über die fünf Feng Shui-Elemente des Bauens informiert: Holz, Wasser, Erde, Metall und Feuer.
Der vertikale Bauteil wächst auf einer Grundfläche von 22 mal 40 Metern in die Höhe. Auf dem Weg zum Sky-Deck, der letzten Station 450 Meter über dem Boden, passieren die Besucher verschiedene „Activity Zones“. Diese frei in die Konstruktion eingehängten Raumskulpturen bieten Platz für Ausstellungen, Kongresse und Entertainment - Nutzung.
Zwei weitere erste Preise gingen an ARUP Qualification aus Großbritannien und Architecture Studio aus Frankreich. Der Turm soll 2008 fertig gestellt sein.

Standort

Guangzhou, Provinz Guangdong, China

Wettbewerb

Internationaler Wettbewerb, ein 1. Preis 2004

BGF

96.800 m² / Höhe: Turm 509 m, Antenne 155 m (gesamt: 664 m)

Bauherr

Guangzhou Municipal Construction Commission and Guangzhou Urban Planning Bureau, China

Mitarbeiter

Team: Klaus Peter Deluse, Ulrich Vetter (Projektleitung), Julius von Holst, Peer Lorenz, Per Köngeter, Michael Tümmers, Tim Schmitt, Johannes Walther, Ajna Mareike Krüger

Projektbeteiligte

Außenanlagen: ST raum a. Landschaftsarchitektur, Berlin
Tragwerksplanung: Werner Sobek Ingenieure, Stuttgart
Energiekonzept: Transsolar, Stuttgart
Solar- und Medienfassade: Licht Kunst Licht, Berlin/Bonn, Nicola Stattmann Material_Technologie_Design, Frankfurt

Projektdaten